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In einem mecklenburgischen Dorf aufgewachsen, trage ich die Erinnerungen

und Vorstellungen von dem, was mein Dorf war und vielleicht hätte sein

sollen, stets in mir. Das, was mir als Kind eng und staubig erschien, belebt

heute meine Sehnsucht. Die Möglichkeit sich mit einem Ort tatsächlich zu verbinden, erlebe ich als eine Art Refugium. Zurückkehren können in eine Region, die mir das Gefühl von Heimat vermittelt, erscheint mir als Geschenk, das in diesen Zeiten

vielen Menschen verwehrt ist.

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Objekt, 2016

Rettungsdecke, Edding

0,1 x 210 x 160 cm


Ausstellungsansicht DAS EIGENE UND DAS FREMDE

Dorfkirche Goldenbaum, Himmelfahrt 2016


UNTERWEGS AUF FREMDER ERDE
UNTER FREIEM HIMMEL NACH EINEM
UNTERSCHLUPF SUCHEN UM SICH
ZURÜCK ZU ZIEHEN AUS DER
UNÜBERSCHAUBAREN WEITE MIT IHREN
SCHWER ZU UEBERSCHREITENDEN GRENZEN

AUF SCHUTZ HOFFEN IN EINEM
PROVISORISCHEN NEST GEGEN DIE ALLES
DURCHDRINGENDE KÄLTE UND SICH
IN STILLER EINSAMKEIT ERINNERN
WIE SICH ZUHAUSE ANFÜHLT

Direkt gegenüber dem Schloss hängt ein zeltartiges Gebilde im Baum, deren Oberfläche an einen orientalischen Teppich erinnert. Es bildet einen provisorischen Schutzraum. Bei Nacht wird er von einem erhöht angebrachten Leuchtkörper beschienen, dessen Lichtkegel, die konische Form einhüllt und verdoppelt. Ramona Seyfarth reagiert in ihrer künstlerischen Arbeit stets auf gesellschaftliche Zustände. Sie bleibt dabei bewusst naiv, um sich alle Möglichkeiten offen zu halten. So ist es auch mit der Situation der geflüchteten Menschen aus den Kriegs- und Krisengebieten der Welt, die derzeit in Europa eine neue Heimat suchen. Mit großer Empathie schafft sie Werke, die zugleich sehr einfach und hoch komplex sind. Auf das Gefühl der Hilflosigkeit und das Versagen praktischer Mittel angesichts der menschlichen Tragödien, antwortet sie
mit einem zeitfressenden Frondienst. In tagelanger Handarbeit häkelt sie aus Jutegarn eine Decke. 210 Felder, an jedem hat sie rund eine Stunde gearbeitet, oft im öffentlichen Raum. Sie hat sie zusammengefügt und mit einem persischen Teppichmuster [dem Tree of Life] bemalt. Nun hängt die schwere Decke mit ihrem feuchten Jutegeruch als Schutzraum vom Ast eines Baumes herab.Als Ramona Seyfarth diese Arbeit begann, wurde gerade der „Jungle“, das Flüchtlingscamp in Calais [mit Bulldozern] geräumt. Im Schlosspark Kaarz kann nun jeder Besucher nachspüren, was es heißt in einem Provisorium zu leben. Er kann aber auch über das widersprüchliche Verhältnis des Westens zum Orient
reflektieren. Während der Perserteppich ein altes Symbol großbürgerlichen Wohlstands ist, ist er hier die „letzte Habe“, aus einem Material hergestellt, das sich mit der Zeit auflösen wird. Im Inneren bildet sich ein Schutzraum, der jedoch bei Nacht unter Beobachtung steht, wie die
Behausungen der Geflüchteten in den Lagern, die von Flutlicht kontrolliert werden. Die temporäre [Behausung] ist auch ein Schutzraum für die Natur, denn hier kann [der Mähtraktor nicht mähen]. Der Wildwuchs ist die ungebändigte Kraft, die der Kontrolle entkommt. 

                                                            Katalogtext zur Ausstellung von Susanne Burmester





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Außeninstallation, 2016

Rettungsdecken, Edding, Kleidungsstoffe,Zeltheringe

Zeltdecke 400 x 500 cm






Ausstellung ERROR X Ostrale 2016, Dresden



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Außeninstallation, 2016

Verpackungs- und Rettungsdecken, Acryllack,Zeltheringe

Zeltdecke 320 x 420 cm





Ausstellung VISIONEN - 27 Jahre nach der friedlichen Revolution

Kreismuseum Ratzeburg 2016





Ausstellung EIN HALBES DUTZEND Galerie der Kachelofenfabrik Neustrelitz 2018



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Außeninstallation, 2016

Jutegarn, Acryllack, Zeltheringe, Solarleuchte

200 x 300 x 300 cm


Ausstellungsansicht das Grüne Zitat TAG UND NACHT

Schlosspark Karz 2016